Wenn Grenzen setzen sich falsch anfühlt: Warum wir Nein sagen nicht gelernt haben - Grenzen setzen lernen Wien
- Eva Irza

- 5. Mai
- 3 Min. Lesezeit
von Eva Irza | Lebensberaterin & Life Coach Wien

Du weißt, dass du Nein sagen solltest. Du weißt, dass du zu viel übernimmst. Dass du dich übergehst. Dass deine eigenen Bedürfnisse genauso zählen wie die der anderen.
Du weißt das alles – und trotzdem sagst du Ja. Wieder und wieder.
Und dann kommt das schlechte Gewissen. Die Erschöpfung. Das Gefühl, dich selbst verraten zu haben.
Das ist kein Willensproblem. Es ist ein Lernproblem. Die meisten von uns haben Grenzen setzen schlicht nicht gelernt. Dieser Artikel zeigt dir warum – und wie du es nachholen kannst.
Warum Grenzen setzen sich so falsch anfühlt
Wer als Kind gelernt hat, dass Harmonie wichtiger ist als die eigenen Bedürfnisse, hat eine tiefe Programmierung mitbekommen: Wenn ich Grenzen setze, verliere ich die Zuneigung des anderen. Ich bin egoistisch. Ich bin eine Last. Ich bin nicht lieb genug.
Diese Glaubenssätze sitzen tief. Und sie melden sich lautstark, sobald wir Nein sagen wollen: als schlechtes Gewissen, als Angst, als körperliche Anspannung.
Das Nein fühlt sich also nicht nur falsch an – es fühlt sich gefährlich an. Weil es das früh einmal war.
Was Grenzen wirklich sind – und was nicht
Grenzen sind kein Angriff auf andere. Sie sind keine Ablehnung. Sie sind keine Selbstsucht.
Grenzen sind die Art, wie du für dich sorgst. Wie du kommunizierst was du brauchst und was nicht. Wie du Beziehungen gesund hältst – auch langfristig.
Denn wer keine Grenzen hat, sammelt Groll und Wut. Wer keine Grenzen hat, gibt irgendwann auf – die Beziehung, die Arbeit, sich selbst.
Grenzen schützen nicht nur dich. Sie schützen auch die Beziehung.
5 Arten wie sich fehlende Grenzen zeigen
1. Du sagst Ja – und meinst Nein
Du stimmst zu, hilfst, übernimmst – und innerlich kochst du. Du ärgerst dich über den anderen, obwohl du selbst Ja gesagt hast.
2. Du erklärst und rechtfertigst dein Nein ausgiebig
Wenn du mal Nein sagst, fühlt es sich nicht gut an ohne eine lange Begründung. Du schuldest dem anderen eine Erklärung – sonst bist du unhöflich.
3. Du erschöpfst dich für andere
Du gibst bis du nichts mehr hast. Und dann gibst du noch mehr. Weil du nicht weißt wie du aufhören sollst.
4. Du vermeidest Konflikte um jeden Preis
Lieber schweigen, lieber nachgeben, lieber leiden – als einen Konflikt zu riskieren. Harmonie nach außen wird teuer mit deiner inneren Ruhe erkauft.
5. Du fühlst dich nach dem Helfen erschöpft statt erfüllt
Helfen aus echtem Herzen fühlt sich gut an. Helfen aus Pflicht und Angst vor Ablehnung erschöpft. Wenn du nach dem Helfen leer bist – dann war es keine freie Entscheidung.
Wie du anfängst, Grenzen zu setzen
Grenzen setzen lernt man nicht durch Willenskraft allein. Man lernt es durch Verstehen – woher die Angst kommt – und durch Übung in kleinen, sicheren Schritten.
Fang mit kleinen Nein-Situationen an. Nicht mit dem schwersten Gespräch, das du führen müsstest. Sondern mit dem nächsten Mal, wenn jemand fragt, ob du etwas übernehmen kannst, das du eigentlich nicht willst.
Und dann: sag Nein. Ohne lange Erklärung. Ohne Entschuldigung. „Das geht für mich gerade nicht." Das reicht.
Es wird sich falsch anfühlen. Das ist normal. Das Gefühl ist ein Echo aus der Vergangenheit – kein Beweis dafür, dass du etwas Falsches tust.
Grenzen setzen lernen Wien – Beratung & Unterstützung
Wenn fehlende Grenzen dein Leben und deine Beziehungen belasten, kann Beratung ein wertvoller Raum sein – um zu verstehen, woher das kommt und konkrete Maßnahmen zu entwickeln. Grenzen setzen lernen ist ein Schwerpunkt meiner psychologischen Beratung-Wien.
Ich begleite dich dabei, Schritt für Schritt. Online österreichweit oder vor Ort in Groß-Enzersdorf bei Wien. Das erste Gespräch ist kostenlos.
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Über die Autorin
Eva Irza ist diplomierte Lebens- und Sozialberaterin und zertifizierter Life Coach in Wien & Groß-Enzersdorf. Traumasensibel, diskret, lösungsorientiert. Online österreichweit oder vor Ort bei Wien.


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